Höxter / 01.12.2017 (TKu). Die Dauer und die Art der Aufstellung eines Weihnachtsbaumes entscheiden über dessen Brandgefahr: Die höchste Gefahr einer schnellen Entzündung mit rascher Ausbreitung besteht nicht an Weihnachten selbst sondern in den Tagen und Wochen nach dem Weihnachtsfest, weiß der EXPERTE der Feuerwehr zu berichten. Erst dann geht von den Tannen und Fichten im Wohnzimmer eine signifikante Gefahr aus. Die Gefährdung erhöht sich stark, wenn der Christbaum zu lange und zu trocken steht, insbesondere dann, wenn echte Kerzen verwendet werden, sagt der EXPERTE. „In den meisten Regionen ist es Tradition, den Christbaum am 6. Januar zu entfernen (Heilige Drei Könige). Ich mache das nach Lust und Laune, also eher erst Ende Januar, wenn er nicht vorher nackt ist“, berichtet ein Internetnutzer namens „Nasomator“ auf die Frage „Wie lange lasst ihr den Weihnachtsbaum stehen?“ auf dem Internetportal www.gutefrage.net.

Irgendwann muss der Baum raus – Je länger man wartet, desto höher wird die Brandgefahr

In Puncto Feuergefährlichkeit ist das auf jeden Fall zu lange. Mit einbeziehen muss man natürlich auch die Fakten, wann der Baum geschlagen wurde, wie lange er schon in der warmen Wohnung steht und ob der Stamm feucht gehalten wurde, erklärt der EXPERTE. Vermeiden sollte man es auf jeden Fall, den Tannenbaum oder die Fichte in unmittelbarer Nähe zu einem Ofen aufzustellen, da er hier besonders schnell austrocknet. Gerät ein trockener Weihnachtsbaum in Brand, kann das schlimme Folgen haben. Einmal in Brand, löst der frei gesetzte Harzdampf der Nadeln eine Kettenreaktion aus. Von Miniexplosion zu Miniexplosion, die seitlich aus den Nadeln schlägt, breitet sich das Feuer von Nadel zu Nadel sehr schnell auf den gesamten Baum aus.

Dabei können bis zu 600 Grad Celsius und mehr in weniger als einer halben Minute erreicht werden, wie Brandversuche des EXPERTEN der Feuerwehr zeigen. Nach zwei Minuten ist der Baum oft komplett herunter gebrannt. Innerhalb von nur einer Minute kann durch diese sehr schnelle und starke Hitzeentwicklung ein ganzes Zimmer lichterloh in Flammen stehen, weiß der EXPERTE. Nobilis-Tannen und Nordmann-Tannen halten in der Regel länger frisch als die Fichten. Im ausgetrockneten Zustand ist die Nordmann-Tanne jedoch gefährlicher einzustufen, als die zum Weihnachtsfest weniger verwendete Fichte. Das läge daran, das die Nadeln der Nordmann-Tanne dicker, dichter und in Reihe angeordnet im Gegensatz zur Fichte.

Nach dem Schlagen der Nordmann-Tannen enthalten deren Nadeln aufgrund ihrer Größe mehr Feuchtigkeit als die der kleineren Fichtennadeln. Die Nadeln sind deshalb weicher und haltbarer. Sie enthalten aber auch mehr Harz, der für die Brandausbreitung verantwortlich ist, sagt der EXPERTE. Die Nordmanntanne ist mit einem Anteil von fast 80% der mit Abstand beliebteste Weihnachtsbaum laut einer Internetrecherche. Kein Einzelfall Deutschlandweit: In Höxter ereignete sich am 14. Januar 2015 ein Wohnungsbrand bedingt durch einen in Flammen aufgegangenen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen. Hier geht es zum Einsatzbericht: http://www.feuerwehr-hoexter.de/einsaetze/2015/einsatzbericht/1063.html      

Um den Weihnachtsbaum mehrere Wochen frisch zu halten, gibt der EXPERTE einfache kurze Tipps zur richtigen Pflege, damit der Christbaum auch bis nach Weihnachten sein grünes Nadelkleid behält:

* Wer einen Weihnachtsbaumständer mit Tank besitzt, kann diesen mit Leitungswasser befüllen und regelmäßig Gießen. Ein großer Weihnachtsbaum verbraucht etwa einen Liter Wasser innerhalb von drei Tagen. Häufig wird noch der Zusatz von Zucker oder Blumenfrisch im Wasser empfohlen. Bei letzterem sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine Haustiere aus dem Wassertank trinken.

* Um ein frühzeitiges Austrocknen des Tannenbaums zu vermeiden sollte der Christbaum nicht direkt an der Heizung oder neben einem Ofen aufgestellt werden.

* Auf echte Kerzen sollte man am besten verzichten und was die Lichterketten angeht sind geprüfte LED-Lichterketten die bessere Wahl. Bei Verwendung von echten Kerzen beugen Sie vor und stellen sie einen gefüllten Wassereimer oder Feuerlöscher (Wasser- oder Schaumlöscher sind ideal) bereit.

* Fazit: Denken Sie bitte daran, den Weihnachtsbaum rechtzeitig aus ihrer Wohnung zu entsorgen, egal welche Art Baum sie verwenden!

Fotos: Thomas Kube

Irgendwann muss der Baum mal raus – Je länger man wartet, desto höher wird die Brandgefahr

 

Damit es nicht dazu kommt: In Höxter ereignete sich am 14. Januar 2015 ein Wohnungsbrand bedingt durch einen in Flammen aufgegangenen Weihnachtsbaum

 

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